Akademisierung

Das Ö1- Radiokolleg titelt, schreibt und sendet:

Hauptsache studieren?
Die Akademisierung der Gesellschaft
In der bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Debatte taucht seit einigen Jahren häufig das Schlagwort der Akademisierung auf. Es beschreibt einen Trend, der sich in Österreich wie in der gesamten westlichen Welt beobachten lässt und auf verschiedenen Ebenen vollzieht.

Zum einen drängen nach der Devise „Hauptsache studieren“ immer mehr Maturantinnen und Maturanten an die Universitäten und Fachhochschulen. Im Zuge der Bildungsexpansion kam es seit den 1970er-Jahren zu einer signifikanten Höherqualifizierung der österreichischen Bevölkerung. Heute gilt in weiten Teilen der Gesellschaft nur die akademische Laufbahn als Garant für eine gesicherte Existenz und soziales Prestige.

Zum anderen wird die Arbeitswelt aufgrund der Digitalisierung, Technologisierung und Globalisierung immer komplexer. In der Wissensökonomie verändern sich die Qualifikationsanforderungen an die Erwerbstätigen enorm. Viele Ausbildungswege haben in letzter Zeit eine Akademisierung erfahren. Zurzeit durchlaufen zum Beispiel die Pflege- und Gesundheitsberufe ein „Upgrading“ in Richtung Hochschulstudium …

andbli sagt:
Bildung, besonders geistige Bildung und Akademisierung ist nicht nur die bei weitestem überschätzteste Zivilisationsleistung, sondern auch eine völlig verkannte Sackgasse.
Lange vorbei als unter ‚Bildung‘ noch eine Aus-bildung im Sinne von Entfaltung verstanden wurde! Als Bildung noch das Aus-bilden von Herz-, Hirn- und Hand- Fähigkeiten meinte.
Irgendwann wurden die Weichen ausschließlich in Richtung ‚Geist‘ und in der Folge ‚Gewinn‘, ‚Rücksichtslosigkeit‘ und ‚Zerstörung‘ gestellt.
Praktisch alle unsere heutigen Desaster haben wir der Wissenschaft zu ‚verdanken‘! Erstaunlich, dass diese sich so lange mit dem grottenfalschen ‚Messer kann ernten und töten‘- Vergleich aus der Schuldigen- Linie nehmen konnte. Atombomben, Mikrowellenherde und Überschalltechnik haben in einer humanen und lebenswerten Welt nichts verloren! Wer sonst als die Indieweltsetzer sollten für die immensen Schäden verantwortlich sein!?
Das Ende der Kopflastigkeits- Zeit ist längst überfällig:

Wo bleiben Herz und Hand?
Immer mehr Menschen fällt der intellektuelle Überhang, die Überakademisierung der Gesellschaft unangenehm auf. So bestechend manche geistigen Leistung auch auf den ersten Blick scheinen, so wenig tragen sie etwas zu wirklicher Lebensqualität bei. Ganz im Gegenteil! Praktisch jedes unserer heutigen Desaster ist menschlichen Gehirnen entsprungen. Was anfänglich als segensreich galt muss Jahrzehnte später rückgebaut werden oder türmt unsere Müllberge, verschmutzt Wasser, Boden und Luft, raubt uns die Lebenszeit oder stresst.
So, wie immer mehr Menschen ihre Kinder aus Schulen nehmen, Beete hinterm Haus anlegen und vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, wächst auch die Sehnsucht nach Herzensbildung und handwerklichen Geschicklichkeiten. Eine für diese Zeit neue Freude, zu sehen wie Kinder sich aus sich heraus ent-falten, zielsicher ihren Neigungen nachgehen …
Wir sind dem paradiesischen Ideal einer Welt der Fülle, in der jedermensch ausschließlich nach seinen Neigungen und Interessen an einem neuen Ganzen mitwirkt einen wunderbaren Schritt nähergekommen …     zwink

 

 

 

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Autor: deranbli

Dschungel'kind' auf Kurzbesuch bei meinen zuvilisierten Freunden

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