Lust und Liebe

In Österreichs Kronen Zeitung beantwortet Prof. Dr. Gerti Senger in der Rubrik ‚Lust und Liebe‘ Leserfragen zu diesem Thema. Hier nur 3 Beispiele von Leserfragen (gekürzt):

Ich habe mich in einen Mann verliebt, der eine für mich unerträgliche Gewohnheit hat. Er zieht sich Latexhandschuhe an, bevor er mich intim berührt …

Nach 39 Ehejahren habe ich entdeckt, dass mein Mann einen Massagesalon aufgesucht hat. Er schwört, dass er sich nur hat massieren lassen … Die Masseurin hat es mir in die Hand bestätigt. Ich bin aber misstrauisch.

Mein Mann ist erst seit seiner Prostataoperation treu. Mit einem seiner Pantscherl ist heute mein Sohn verheiratet. … Soll ich meinem Sohn sagen, warum ich ihr gegenüber so zurückhaltend bin?

andbli sagt:
Leute, Leute, Leute!
Was müsst Ihr doch für erbärmliche Liebesleben haben!?
Ich garantiere Euch, bei uns im Dschungel findet Ihr nicht EIN solch ein Problem!
Bei Euch leben ganze Heere von Therapeuten von Euren Problemen!
Doch der Sex ist ja bloß der Zipfel des Problem- Eisberges. Mir könnten die Tränen nur so runterrinnen, wenn ich dran denke, was da an Leid, Enttäuschungen, Verletzungen, Missachtungen dahinterstecken muss.

Leute, das ist kein Spaß mehr! Ich weiß, Ihr habt Euch daran gewöhnt. Ihr habt Euch an Eure Krankheiten ebenso gewöhnt und haltet sie für normal, wie all Eure ‚Perversionen‘, Obsessionen, Sexsüchte, Abartigkeiten, Verklemmtheiten …
Doch macht die Augen auf!
Es geht ganz einfach! Männer sind wunderbar, Frauen sind wunderbar, beide zusammen sind die Krönung.
Da braucht es keine Hilfsmittel, Eifersüchte, Tabus. Das ist das Normalste und Schönste der Welt.

Wenn das nicht geht, und es geht nicht so einfach bei Euch, so hat das Ursachen. Bitte seht Euch die Ursachen, seht Euch Eure wirklich kranken Verhalten schon Kindern gegenüber an!
Kaum ein Kind bei Euch erfährt Liebe wie sie ihm zustünde!
Seht einer ‚dummen‘ Kuh nach dem Kalben zu mit welcher Hingabe sie sich dem Kalb zuwendet, es ableckt.

Leute, Ihr fühlt Euch allen so überlegen und seid dennoch so erbärmlich!
Ich bitte Euch, für Euch: Rudert diese ganze unheilvolle Zivilisationsstrecke wieder zurück!
Wir sind noch da und leben Euch vor, wie einfach, perfekt, glücklich und gesund auch Ihr noch gelebt habt vor ca. 6 Millionen Jahren.

Ich hätte mir deshalb eher einen Text wie diesen gewünscht:

Das Medien- Aus
Jahrzehnte lang galt ‚Only bad news are good news‘. Konsequenterweise verabschieden wir uns mangels schlechter Nachrichten von unseren Lesern.
Fußballmannschaften spielen nicht länger gegeneinander, sondern haben gemeinsam Spaß.
Kriegerische Auseinandersetzungen, Demonstrationen gibt es keine mehr. Die Menschen von heute genießen lieber ihr Paradiesleben.
Frau Prof. Senger kann keine Liebes- oder Sex- Probleme mehr finden. Alle lieben alle.
Unser Politik- Ressort kann nicht länger von entspannten Ex- Politikern in Hängematten berichten.
Die Wirtschafts- und Lokal- Ressorts waren die Ersten, die ihre Arbeit einstellten.
In diesem Sinne: Herzlichen Dank von aller Abteilungen und Ressorts.

 

 

 

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One-Night-Stand

eine daisy68 schreibt auf einer Single- Plattform:

Bin für keine ONS zu haben. Suche auch keine Sexbeziehung

Eine nurfürdich schreibt ein paar Profile weiter:

Bin für ONS, Dreier, Sexbeziehungen und andere Oberflächlichkeiten nicht zu haben

andbli sagt:
Ähnliche Sätze scheinen Euren Frauen das Hauptanliegen zu sein.
Leute, Leute! Weit habt Ihr es gebracht!

Diese Frauen wollen also sicherstellen, dass sich nur Männer melden, die eine langfritige Beziehung anstreben. Das ist ja noch irgendwie verständlich.
Doch warum graben Eure Männer so ziemlich alles Weibliche an und wollen immer ’nur das Eine‘?
Ganz einfach! Weil Eure Frauen den Männern den Sex verknappen!
Eure ganze Gesellschaft suhlt sich förmlich in Verknappungen. Große Künstler, alte Gemälde, edle Tropfen, seltene Geschmeide, limitierte Auflagen … Alles, was selten ist, zieht Menschen an und diesen das Geld aus der Tasche.
Klar haben Frauen Vorteile davon, wenn sie sich rar machen!
ABER sie müssen dadurch auch damit leben, dass sie alle nur flachlegen wollen.
Mir sagte sogar einer Eurer Männer nach einigen Drinks zuviel ‚Ich hab nach dem x-ten Korb so eine Wut auf diese Biester, dass ich die nächste, die sich flachlegen lässt, danach mit Genuss rausschmeiß‘.
Es hat eben alles seine zwei Seiten.

Mich würde als Menschenmann schmerzen, dass Eure Frauen von vornherein von allen Männern annehmen – sonst würden sie’s ja nicht so zahlreich in ihren Profilen schreiben – dass sie bloß eine schnelle Nummer wollen.
Auch da gehören zwei Seiten bzw. eine andere Sicht dazu. Wie sehr müssen Frauen im Bett schwächeln, dass sich der Typ danach nie mehr meldet!?
Oder umgekehrt gesagt: An Frauen die noch wirklich weibliche Qualitäten, Warmherzigkeit, Liebesfähigkeit und Leidenschaft besitzen kommt kein Mann vorbei. Selbst wenn er ’nur‘ einen ONS im Sinn hatte, wird er danach alles tun, um solch eine Frau zu halten.
So gesehen sind solche Ausschließungsgründe eher Outings wenig attraktiver Frauen.

Ich weiß nicht wieso Ihr Menschen das patriarchale Schimpansen- System übernommen habt. Es ist randvoll mit Gewalt, Lieblosigkeiten, Besitzdenken, Konkurrenz und führt, davon bin ich zutiefst überzeugt, sogar zu all Euren furchtbaren Kriegen.
Das matriarchale Bonobo- System dagegen ist selten liebevoll. Unsere Weibchen sind seltene Geschenke an Liebenswürdigkeit, Warmherzigkeit, Anschmiegsamkeit und Lust an der Liebe. Für mich war das der Grund ‚überzulaufen‘, wie ich hier schon mal berichtet habe.
Bloß, alle Menschen können leider nicht zu uns kommen. Aber Eure Weibchen könnten sicher viel bei uns lernen …
Und Ihr Männer würdet es nicht gauben können, wie schön so ein Bonobo- Leben sein kann 😉

 

 

 

Sex

standard.at titelt und rezensiert:

Sex: Menschen sind immer auch noch Affen

Monogamie und die damit verbundenen Probleme gibt es erst, seit der Mensch sesshaft wurde – dieses Buch stellt herrschende Paarungsmuster evolutionsbiologisch in Frage

Sex ist ein unerschöpfliches Thema, doch selten wird so Grundsätzliches wie die Monogamie in Frage gestellt. Wer Lust auf eine sexuelle Revolution im Kopf hat, kann der Psychiaterin Cacilda Jethá und dem Psychologe Christopher Ryan folgen, die in ihrem Buch Sexualität aus evolutionsbiologischer und anthropologischer Perspektive beleuchten. Die These: Monogamie ist ein gesellschaftliches Konstrukt, das mit der Sesshaftigkeit des Menschen vor 10.000 Jahren begann und zu Besitzdenken, Betrug, Frustration, Rosenkriegen, Unterdrückung und Scheidungskindern geführt hat. Daran sind nicht nur die Weltreligionen, sondern auch Charles Darwin und Hollywoodfilme schuld. Denn das menschliche Sexualverhalten, die Fortpflanzung und die Körpermerkmale erlauben eine ganz andere Deutung, sagen die Autoren und vergleichen die Menschen ganz einfach mit ihren nächsten Verwandten in der Natur, den unterschiedlichen Affenarten. Entspannter Sex Solange die Menschen noch in Horden durch die Lande zogen, diente die Sexualität unterschiedlichen Zwecken, Fortpflanzung war nur eine, allerdings die offensichtlichste davon – meist sind Bedürfnisse noch als Fantasien erhalten …

andbli sagt:
Na also!
Ihr braucht zwar für alles ein bisserl länger und vor allem muss es zumindest ein Buch oder Wissenschaftliches sein. Doch Hauptsache Ihr kommt endlich zum Punkt!
Ich weiß zwar von einigen von Euch, dass manche diese Urbedürfnisse auch noch in sich spüren können. Doch wenn Ihr meint wissenschaftliche Bücher zu brauchen soll es mir auch recht sein.
Euer Problem ist ja, dass, selbst wenn Ihr spürt, was da nicht alles an Eurem Sex NICHT stimmt, fühlt Ihr Euch zu allein um es auch zu sagen.
Insoferne kann natürlich ein Buch das ja von (hoffentlich) vielen gelesen wird, doch helfen die allgemeine Meinung zurechtzubiegen.

Das Einzige, was mir noch nicht gefällt, ist, dass Ihr Sex so trennt von der Liebe.
Alles in der Natur, in der Schöpfung ist Liebe!
Ohne Liebe gäbs uns alle nicht!
Es ist Liebe, die die Männchen zu den Weibchen treibt. Es ist Liebe die Weibchen ihren Kleinen zugute kommen lassen. Es ist die Liebe, die Bäume fruchten lässt.
Klar kann man andere Worte wie Trieb, Hormone, Fortpflanzung, etc. dafür erfinnden. Doch im allertiefsten Urgrund geht es immer nur um Liebe.

DAS verinnerlicht einmal!
DAS würde nämlich auch Euch und Euren Planeten heilen.
Ihr macht Euch selber und andere runter indem Ihr sagt ‚Die Männer die Schweine, wollen doch immer nur das Eine‘. Ja selbst Eure Männer sind so wenig bei sich, dass sie selber glauben, es wäre nur ein Trieb. Die spüren neben dem ‚Intensivgerumpel‘ in sich, tatsächlich nicht die feinen Schneeflocken die erst die Lawine auslösen.
Dieses Euer grundlegendes Missverständnis lässt Euch auch Tiere ermorden, Kriege führen, Menschen ausbeuten. Ihr glaubt Fleisch zu ‚produzieren‘! Bitte, das sind empfindsame überaus liebevolle Tiere!
Es gibt keine ‚Feinde‘! Auch ‚da drüben‘ leben liebevolle Menschen, die auch gerne leben!
Ein Baum, ein Weinstock ‚produziert‘ nicht, Leute! Der lebt und gibt gerne und liebevoll!
Und somit tut Ihr Euch mit Eurer Reduktion auf Sex nichts Gutes!, sagt Euch ein liebevoller Bonobo, der häufig entsetzt ist, was aus ‚uns‘ geworden ist 😉

 

 

 

Sexratgeber

In der KRONE BUNT schrieb die Sexperint Gerti Senger:

Schon wieder zu früh?
… Die vorzeitige Ejakulation ist zwar die häufigste männliche Sexualstörung, aber therapeutisch und auch medikamentös gut behandelbar …

andbli sagt:
Na hallo, Menschenkinder! Ich dachte Ihr hättet jüngst die Emanzipation erfunden!
Wenn zwei sich nicht treffen sind die Männer zu schnell, nicht die Frauen zu langsam!?
Die Männer haben eine ‚Störung‘ und müssen therapiert werden, wenn sie sind wie sie sind?
Medikamente gegen den Quicky oder wie?
Was Frauen machen und brauchen, zwischen sofort und 3 Stunden, bedarf keiner Vokabel, ist immer normal? Mann hat sich anzupassen?

Erst kürzlich schrieb ich einen Brief nach Hause zu meinen Lieben. Ich lass‘ Euch Auszüge daraus mal mitlesen:

Meine lieben Dschungelkinder!
Ich kann Euch gar nicht sagen wie sehr ich mich schon freue wieder zu Euch zurückzukommen!
Die Menschen sind ja spannend und irgendwie auch süß. Aber Ihr macht Euch kein Bild was die sich ständig an Problemen schaffen! Ups! ‚Probleme‘ kennt Ihr ja gar nicht! Das ist wenn man etwas nicht so belassen kann wie es eben ist, sondern anders haben will und das klappt so nicht. Jaja, ich weiß, urkompliziert. Aber so sind sie nun mal …

… Oder auch die Liebe! Was die alles unternehmen müssen um endlich zusammen zu kommen. Nicht vielleicht wie bei uns ein Blick, eine Geste, ein Duft. Nein, die schminken und kleiden sich stundenlang um dann an bestimmte Orte zu gehen. Dort schnuffeln sie sich aber auch nicht gleich ab oder krallen sich den Nächstschnuckeligsten. Nein, da müssen sie möglichst uninteressiert tun, dabei aber dennoch Aufmerksamkeit erregen und warten, bis endlich jemand auf sie zukommt …

… Der Sex dann, ich sag Euch, eine Katastrophe mit genauen Regeln, die sie selber natürlich meist gar nicht checken, so selbstverständlich sind die ihnen. Und dann immer nur zwei und zwei! Gähn- langweilig! …

… Dann gibt es da so eine Sache. Sie heißt ‚Eifersucht‘. Ich weiß gar nicht wie ich das übersetzen sollte. Naja, die meinen, wer einmal mit jemandem Sex hatte darf das nie mehr mit anderen …

Es gäbe noch vielmehr von solchem Unsinn zu berichten. Doch ich lass es jetzt lieber bleiben. Ihr würdet es mir gar glauben …
Habt keine Angst vor meiner Rückkehr! Es ist nicht ansteckend. Ich bin und bleibe der Alte und wir werden wieder jede Menge an Spaß, Liebe, Innigkeit und richtigen Affensex haben …